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Trockene Augen?
Was sind Trockene Augen?
Trockene Augen sind mehr als eine Befindlichkeitsstörung
Die „Keratoconjunctivitis sicca“ – wie das Trockene Auge in der Fachsprache genannt wird – ist eine der am häufigsten diagnostizierten Augenerkrankungen. Müde, brennende, kratzende oder tränende Augen haben nicht selten Auswirkungen auf Alltag und Arbeitsleistung der Betroffenen und sind oft mit einem hohen Leidensdruck verbunden.[1]
Um dauerhafte Schäden an der Augenoberfläche zu vermeiden, ist es wichtig, für eine individuell abgestimmte Diagnose und Behandlung einen Augenarzt aufzusuchen.
FAQ
Die Osmolarität gibt die Anzahl der osmotisch aktiven Teilchen pro Liter einer Lösung an. Vereinfacht gesagt: Sie gibt die Konzentration der gelösten Teilchen (z. B. Salze, Proteine, Zucker) in einer Flüssigkeit an. Beim Krankheitsbild des Trockenen Auges spielt der Verlust von Wasser durch Verdunstung aus dem Tränenfilm eine wesentliche Rolle. Durch den Wasserverlust erhöht sich die Osmolarität (Konzentration) im Tränenfilm, er ist sozusagen "versalzen" (hyperosmolar). Um dem entgegenzusteuern, setzt manbei der Behandlung des Trockenen Auges bevorzugt hypoosmolare Augentropfen ein – sie gleichen die Hyperosmolarität besser aus als isoosmolare.
Sehen Sie hier unser Video zur Osmolarität bei Augentropfen.
Bei der hyperevaporativen Form des Trockenen Auges verdunstet die Tränenflüssigkeit aufgrund einer mangelhaften Zusammensetzung oder gestörten Produktion der äußeren Lipidschicht des Tränenfilms sehr schnell.
Mit jedem Lidschlag benetzt der Tränenfilm die Oberfläche des Auges – genauer gesagt Horn- und Bindehaut – damit diese glatt und geschmeidig bleibt. Er versorgt die Hornhaut mit wichtigen Nährstoffen und Sauerstoff. Sie verfügt über keine eigenen Blutgefäße, da diese das Sehen beeinträchtigen würden. Ist der Tränenfilm intakt, dient er aufgrund seiner Zusammensetzung außerdem der Abwehr von bakteriellen Infektionen und schwemmt kleinere Fremdkörper einfach aus.
Probleme wie Brennen, Jucken und Trockenheitsgefühl der Augen bezeichnen Experten auch als „Office-Eye-Syndrom“. Vier von fünf Menschen, die täglich mehrere Stunden am PC sitzen, kennen laut Einschätzung des Berufsverbandes der Augenärzte dieses Leiden. Arbeiten am Bildschirm gehört für viele zum Büroalltag. Durch den konzentrierten Blick sinkt unter anderem die Lidschlagfrequenz wodurch der Tränenfilm nicht mehr so gut auf dem Auge verteilt wird. Gleiches gilt für die Nutzung von Smartphones und Tablets. Kommt dann noch trockene, warme Büroluft hinzu, macht das der Hornhaut des Auges zu schaffen.
Augentropfen gegen Trockene Augen können hier Abhilfe schaffen. Sollten Ihre Beschwerden längere Zeit bestehen, sollten Sie aber unbedingt Ihren Augenarzt oder Ihre Augenärztin aufsuchen.
Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten, die ineinander übergehen. Die innere, hauptsächlich von den Becherzellen produzierte Muzin- oder auch Schleimschicht sorgt dafür, dass der Tränenfilm an der Hornhautoberfläche haften bleibt. Den größten Teil des Tränenfilms macht die mittlere, wässrige Schicht aus, die weitestgehend von den Tränendrüsen produziert wird. Neben Wasser enthält sie im Wesentlichen Nährstoffe, Hyaluronsäure, Sauerstoff und keimtötende Substanzen. Die sogenannten Meibom-Drüsen produzieren die äußerste Schicht des Tränenfilms, die als stabilisierende Lipidphase dafür sorgt, dass die Tränenflüssigkeit nicht verdunstet.
Bei der hypovolämischen Form des Trockenen Auges kommt es zu einer zu geringen Tränenbildung - man spricht auch von einem quantitativen Tränenmangel. Folgen sind Fremdkörpergefühl, müde Augen und Blendempfindlichkeit.
Tränende Augen schließen Trockene Augen nicht aus! Im Gegenteil: Vielmehr sind sie ein Anzeichen dafür, dass möglicherweise der Tränenfilm instabil ist. Das kann daran liegen, dass die Lipidschicht, die von den Meibom-Drüsen am Lidrand produziert wird und den Tränenfilm vor Verdunstung schützt, gestört ist. Die genaue Ursache dafür sollten Sie unbedingt von Ihrem Augenarzt oder Ihrer Augenärztin abklären lassen.
Bei einer sogenannten Blepharitis handelt es sich um eine Lidrandentzündung. Die Meibom-Drüsen, die am Lidrand sitzen und für die Produktion der Lipidschicht des Tränenfilms zuständig sind, sind in diesem Fall verstopft und entzündet. Man spricht dabei auch von einer Meibom-Drüsen-Dysfunktion (MDD). Die Symptome einer Lidrandentzündung ähneln denen Trockener Augen. Das Sekret, das die Meibom-Drüsen produzieren kann nicht selbständig abfließen, daher ist eine tägliche Lidrandreinigung und -pflege sehr wichtig.
Auch Betroffene von seborrhoischer Dermatitis, einer speziellen Ekzemform, können eine Blepharitis entwickeln. Für diese Patienten ist Lidrandhygiene ebenfalls sehr wichtig.
Lesen Sie hier mehr über Lidrandpflege!
Blepharitis kann allerdings auch durch Bakterien oder Viren hervorgerufen werden – für die dann erforderliche antibiotische oder antivirale Therapie sollten Sie unbedingt Ihren Augenarzt oder Ihre Augenärztin aufsuchen und die Ursache genau abklären lassen.